Sichere Geldanlagen: Strategien und Empfehlungen

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Anleger, die heutzutage am Kapitalmarkt aktiv sind, lassen sich in mehrere Gruppen einteilen. Zwei sehr große Gruppen nehmen dabei einerseits Kunden ein, die auf der Suche nach einem sehr sicheren Investment sind. Die zweite große Gruppe beinhaltet auf der anderen Seite solche Kunden, denen eine überdurchschnittliche Rendite besonders wichtig ist. Aufgrund dieser vollkommen unterschiedlichen Vorstellungen, was eine optimale Kapitalanlage angeht, kommen ganz verschiedene Finanzprodukte infrage. Wer beispielsweise eine sehr sichere Geldanlage sucht, der sollte sich zunächst einmal darüber informieren, welche Anlagestrategie er nutzen kann und welche Finanzprodukte im Detail passen könnten.

Wie sollte eine Strategie für eine sichere Geldanlage aussehen?

Hat der Anleger für sich selbst entschieden, dass er sein Kapital nur sicher investieren möchte, geht es im zweiten Schritt darum, eine bestimmte Strategie festzulegen. Wichtig ist, dass diese Strategie nicht unbedingt so aussehen muss, dass ausschließlich extrem sichere Finanzprodukte gewählt werden müssen. Stattdessen gibt es beispielsweise auch sicherheitsorientierte Portfolios, die dennoch Anlageformen beinhalten, die auch ein kleines Risiko aufweisen. Diese Produkte dienen in erster Linie dazu, die durchschnittliche Rendite des gesamten Investments etwas zu erhöhen.

Dennoch steht natürlich bei einer sicherheitsorientierten Strategie im Vordergrund, dass vor allen Dingen sehr sichere Anlageprodukte ausgewählt werden. Wichtig ist bei einer solchen Strategie definitiv die Diversifikation, also die Aufteilung des Kapitals auf verschiedene Anlageprodukte. Beim Zusammenstellen der Strategie sollte allerdings nicht nur die Sicherheitskomponente berücksichtigt werden, sondern darüber hinaus zählt oftmals auch die Verfügbarkeit des Kapitals zu den ebenfalls wichtigen Aspekten. Hier kann unter Umständen die bereits erwähnte Diversifikation greifen, sodass der Anleger beispielsweise 70 Prozent seines vorhandenen Vermögens sicher und langfristig angelegt. 30 Prozent werden zudem so investiert, dass eine relativ schnelle Verfügbarkeit vorhanden ist.

Zusammenfassend sind es unter anderem die folgenden Punkte, die eine sicherheitsorientierte Strategie definieren:

  • Auswahl vieler sicherer Anlageprodukte
  • Diversifikation ist von großer Bedeutung
  • auf Verfügbarkeit des Kapitals achten
  • renditestärkere Finanzprodukte als Beimischung

Welche Anlageprodukte kommen infrage?

Wer eine sicherheitsorientierte Strategie verfolgt, der muss natürlich wissen, welche Anlageprodukte überhaupt infrage kommen, damit der gewünschte Effekt gewährleistet werden kann. Am Finanzmarkt gibt es derzeit nicht wenige Anlageformen, die mit einer hohen Sicherheit ausgestattet sind. Dazu gehören insbesondere diejenigen Anlageformen, welche in die Risikoklasse I fallen. Es handelt sich dabei insbesondere um die folgenden Geldanlagen:

  • Spareinlagen mit fester Verzinsung
  • Tagesgeldanlagen
  • Termin- bzw. Festgelder
  • Sparbriefe
  • Bundeswertpapiere
  • Geldmarktfonds in Euro

Diese genannten Finanzprodukte können im Zuge einer sicherheitsorientierten Anlagestrategie sehr gut genutzt werden, da es sich um sichere Geldanlagen handelt. Bei den Spareinlagen, dem Tagesgeld, dem Festgeld und mit Abstrichen auch bei den Sparbriefen ist es beispielsweise so, dass die gesetzliche und – wenn vorhanden – private Einlagensicherung der Banken greift.

Darüber hinaus gibt es kein Kursrisiko und auch kein Währungsrisiko, falls die Anlage in Euro existiert. Das Zinsrisiko lässt sich ebenfalls häufig ausschalten, sodass viele der zuvor genannten Produkte – bis auf das nicht zu 100 Prozent zu eliminierende Emittentenrisiko – ansonsten gar kein Risiko beinhalten.

Welche Erwartungen sollten Anleger bei einer sicheren Geldanlage haben?

Nahezu alle Anleger haben an eine sichere Geldanlage natürlich zunächst einmal die Erwartung, dass das investierte Kapital geschützt ist. Dieser Schutz sollte beinhalten, dass der Kunde mindestens den Betrag wieder zurück erhält, den er einmal in das jeweilige Produkt investiert hat. Verluste sind somit bei sicheren Geldanlagen nicht vorgesehen, können allerdings je nach Wahl des Produktes nicht immer gänzlich ausgeschlossen werden. Wenn es um sehr sichere Geldanlagen geht, muss allerdings auch immer über die Rendite gesprochen werden.

Wichtig ist, dass sich sicherheitsorientierte Anleger darüber im Klaren sind, dass sie von einem äußerst sicheren Anlageprodukt keine gute Rendite erwarten könnten. Dies zeigt sich insbesondere in der aktuellen Niedrigzinsphase so deutlich wie nie zuvor. Schaut man sich zum Beispiel die Renditen an, die aktuell mit Spareinlagen, Tagesgeldern oder Festgeldkonten erzielt werden können, so bewegen sich die Erträge meistens unterhalb von einem Prozent. Sicherheitsorientierte Anleger dürfen demzufolge keinesfalls auch nur durchschnittliche Renditen erwarten, wenn sie sich für die entsprechenden Anlageprodukte entscheiden.

Stattdessen gilt hier der Leitsatz, dass sich Sicherheit und mindestens durchschnittliche Renditen fast immer widersprüchlich gegenüberstehen. Allerdings kann hier wiederum die bereits angesprochene Diversifikation helfen. So kann der Anleger sein Portfolio beispielsweise so aufbauen, dass dieses vom Grundsatz her zwar sicherheitsorientiert ist, einige Finanzprodukte aber dennoch dazu beitragen, dass die Rendite in der Summe etwas höher ausfallen kann.

Diesbezüglich machen insbesondere Anlage- und Vermögensberatungen oftmals ähnliche Vorschläge und bieten zum Beispiel ein sogenanntes sicherheitsorientiertes Portfolio an. Dieses setzt sich dann beispielsweise folgendermaßen zusammen:

  • jederzeit verfügbares Tagesgeld: 30 % des Gesamtkapitals
  • längerfristige Festgeldanlage: 20 % des Gesamtkapitals
  • europäische Geldmarktfonds: 25 % des Gesamtkapitals
  • Renten- und Aktienfonds: 25 % des Gesamtkapitals

Während in diesem Fall 75 Prozent des gesamten Portfolios ausschließlich aus sehr sicheren Anlageformen bestehen, trägt die 25-prozentige Beimischung von Renten- bzw. Aktienfonds dazu bei, dass die Rendite in der Summe erhöht werden kann. Somit ist es auch bei Anlegern, die auf der Suche nach sehr sicheren Geldanlagen sind, nicht unmöglich, durch eine gezielte und effektive Portfolio-Mischung dafür zu sorgen, dass sich die Rendite nicht auf einem ganz so niedrigen Niveau bewegt, wie es derzeit beispielsweise bei Spar- und Tagesgeldanlagen der Fall ist.

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