Beurteilung der Risiken von Kapitalanlagen

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Zahlreiche Anleger sind durchaus dazu bereit, bei einem Investment ein gewisses Risiko in Kauf zu nehmen, wenn im Gegenzug der Ertrag stimmt. Allerdings ist es definitiv empfehlenswert, dass der Kunde zuvor möglichst gut einschätzen kann, wie hoch das Risiko bei einer Kapitalanlage eigentlich ist. Zu diesem Zweck gibt es mehrere Kriterien, die darauf hinweisen, welchen Umfang das Risiko einer Kapitalanlage hat.

Diverse Kriterien zur Risikobeurteilung im Überblick

Es gibt am Kapitalmarkt sehr viele unterschiedliche Investmentmöglichkeiten, die sich unter anderem auch im Hinblick auf das Anlagerisiko teilweise erheblich voneinander unterscheiden. Daher ist es wichtig, dass Anleger möglichst viele Kriterien kennen, anhand derer sich das Risiko einer Kapitalanlage beurteilen lässt. Zu diesen Merkmalen, die einen Hinweis auf die Höhe des Risikos geben, gehören unter anderem:

  • Bonität des Emittenten (Emittentenrisiko)
  • Zins- bzw. Ertragsrisiko
  • Kursrisiko
  • Währungsrisiko

Wie der Auflistung zu entnehmen ist, sind es insbesondere vier mögliche Risiken, mit denen Kapitalanlagen vom Grundsatz her ausgestattet sein können. Demzufolge ist es für Anleger wichtig, beim Vergleich der Geldanlagen unter anderem zu prüfen, welche Risiken bei der jeweiligen Anlageform vorhanden sein könnten.

Bonität des Emittenten ist ausschlaggebend für Kapitalrisiko

Ein Risiko, mit dem fast jede Kapitalanlage ausgestattet ist, ist das sogenannte Emittentenrisiko. Zwar gibt es einige Anlageformen, die mittels der gesetzlichen Einlagensicherung im Hinblick auf das Emittentenrisiko geschützt sind, jedoch handelt es sich dabei nur um wenige Varianten. Vom Sinn her ist das Emittentenrisiko gleichbedeutend mit dem Kapitalrisiko, denn es geht darum, wie wahrscheinlich es ist, dass der Anleger sein Kapital zurückerhält.

Um dieses Risiko einzuschätzen, bewerten beispielsweise sogenannten Rating-Agenturen die Kreditwürdigkeit von Unternehmen, die zum Beispiel Anleihen emittieren. Anhand der Rating-Note können Anleger in gewissem Umfang einschätzen, wie groß die Bonität des Emittenten ist und wie wahrscheinlich demzufolge die Rückzahlung des investierten Kapitals sein wird. Das nahezu einzige Finanzprodukt, welches nicht mit einem Emittentenrisiko versehen ist, sind offene Fonds. Bei den Investmentfonds ist es nämlich so, dass das Vermögen der Anteilsinhaber getrennt von dem Guthaben der Fondsgesellschaft verwahrt und verwaltet wird. Somit würde der Anleger sein Kapital selbst bei Insolvenz der Investmentgesellschaft zurückerhalten.

Zins- und Ertragsrisiko

Neben dem Kapitalrisiko gibt es bei zahlreichen Anlageformen ebenfalls ein Zins- bzw. ein Ertragsrisiko. Dies ist nahezu ausschließlich bei solchen Kapitalanlagen der Fall, bei denen kein fester Zins oder sonstiger Ertrag garantiert werden kann. Somit zählen insbesondere die folgenden Geldanlagen zu den Investments, bei denen ein Ertragsrisiko vorhanden ist:

  • bestimmte Anleiheformen ohne Festverzinsung
  • Aktien
  • Aktien-, Renten-, Geldmarkt- und offene Immobilienfonds
  • geschlossene Fonds
  • verschiedene Beteiligungen
  • bestimmte alternative Geldanlagen

Das Kursrisiko als weitere Gefahr für Anleger

Neben dem Emittenten- und Ertragsrisiko ist das Kursrisiko die dritte Risikoform, mit der eine Kapitalanlage ausgestattet sein kann. In erster Linie sind es Wertpapiere, die über die Börse gehandelt werden können, die mit einem derartigen Kursrisiko versehen sind. Dazu gehören vor allen Dingen Aktien, Rentenpapiere und Indexfonds (ETFs). Darüber hinaus gibt es in dem Sinne auch bei sämtlichen offenen Investmentfonds ein Kursrisiko, auch wenn die Fonds nicht über die Börse gehandelt werden. Dennoch können die Fondsanteile vom Preis her fallen, sodass auch in diesem Bereich ein Kursrisiko existiert.

Bei Anleihen muss bezüglich des Kursrisiko allerdings differenziert werden. Zwar werden zahlreiche Rentenpapiere einerseits an der Börse gehandelt und können bereits vor Fälligkeit verkauft werden, jedoch sind die meisten dieser verzinsliche Wertpapiere andererseits mit einer Kapitalgarantie in der Hinsicht ausgestattet, als dass die Anleihe bei Fälligkeit zu einem Kurs von 100 Prozent zurückgezahlt wird. Daher ist es bei vielen Rentenpapieren so, dass sich das Kursrisiko ausschließlich auf einen vorzeitigen Verkauf und nicht auf den Fälligkeitstermin bezieht. Anders stellt sich die Situation hingegen bei Aktien dar, denn hier gibt es – genauso wie bei Investmentfonds – zu jedem Zeitpunkt ein Kursrisiko zu beachten.

Währungsrisiko bei Kapitalanlagen in Fremdwährungen

Das vierte Risiko, mit dem eine Kapitalanlage vom Grundsatz her ausgestattet sein kann, wird als Währungsrisiko bezeichnet. Davon betroffen sind allerdings ausschließlich solche Geldanlagen, die aus Sicht eines deutschen Anlegers nicht in Euro, sondern beispielsweise in Schweizer Franken, in US-Dollar oder in einer anderen Fremdwährung vorgenommen werden. Das Währungsrisiko besteht darin, dass sich das Wertverhältnis zwischen dem Euro und der Fremdwährung fortlaufend verändert. Hat der Euro während der Haltedauer des Anlageproduktes beispielsweise gegenüber dem US-Dollar an Wert verloren und hat sich der Anleger für eine Fremdwährungsanlage in amerikanischen Dollar entschieden, so hätte er einen Währungsgewinn erzielt. Wäre hingegen die gegenteilige Entwicklung eingetreten, hätte also der US-Dollar gegenüber dem Euro an Wert verloren, so wären Währungsverluste entstanden.

Fazit zum Risiko bei Kapitalanlagen

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es mehrere Risiken gibt, mit denen eine Kapitalanlage vom Grundsatz her ausgestattet sein kann. Nur wenige Geldanlagen beinhalten überhaupt kein Risiko, sodass es für Anleger sehr schwer ist, eine absolut sichere Anlageform zu finden. Dennoch ist es hilfreich, die möglichen Gefahren zu kennen, denn dann kann der Anleger auf einer guten Grundlage beurteilen, ob er das vorhandene Risiko eingehen möchte oder nicht.

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